Gemeinsam aktiv: Veranstaltung "Flucht und Vertreibung-früher und heute" - eine gewaltige Herausforderung für unseren Ort
Gemeinsam aktiv: Veranstaltung "Flucht und Vertreibung - früher und heute" - eine gewaltige Herausforderung für unseren Ort
Zusmarshausen war schon seit dem Ende des 2. Weltkrieges ein wichtiger Ort für Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland, Böhmen, Mähren, Schlesien, Pommern, Tschechei oder Ostpreußen. Durch den heranrückenden Kanonendonner bzw. Dekrete aus der neugewonnenen Heimat vertrieben, mussten sich mehr als 12 Mio. Menschen auf den Weg in eine ungewisse Zukunft machen. Vor allem die Frauen und Mütter mussten versuchen, das wenige Hab und Gut, aber vor allem die Großeltern und Kinder, bei diesen Gewaltmärschen nicht zu verlieren und am Leben zu erhalten.
Erschöpft und mittellos kamen sie in einem besiegten, zerstörten und demoralisierten Land mit großen inneren und äußeren Verletzungen und Narben an. Die Armut, Unsicherheit, Zweifel, Schuldzuweisungen und die Angst vor der Zukunft waren überall zu spüren. In dieser Gemengelage musste dann der Ortsvorsteher bzw. Bürgermeister die ankommenden Flüchtlinge auf die Häuser verteilen. In Nischen, Abstellkammern oder auf dem Dachboden wurden die Neuankömmlinge und zusätzlichen „Esser“ notdürftig untergebracht. Nicht für alle gab es ein eigenes Bett oder regelmäßiges Essen, aber dafür sehr viel Vorurteile und Ausgrenzung.
Schulen, Krankenhäuser, die öffentliche Notverwaltung aber auch die Bürger wurden vor große Herausforderungen gestellt. Erst nach der Währungsreform keimte langsam wieder Hoffnung auf. Neugegründete Vereine und die Wiederbelebung von kulturellem Leben entwickelten sich zu einem wertvollen Schmelztiegel für die unterschiedlichen Talente, Bräuche, handwerklichen und musikalischen Fähigkeiten. Aus anfänglichen Vorbehalten wurden so Bekanntschaften, Freundschaften und neue Familien. Zusmarshausen wurde dadurch nicht nur größer, sondern auch lebendiger, bunter und vielfältiger.
Damit diese wichtige Epoche unseres Marktes ihren gebührenden Stellenwert behält, wollen wir am Freitag, 04. September 2026 um 14:00 im „Haus Hildegundis“ ein Treffen veranstalten, um ihre Geschichten, Erfahrungen und Bilder vor dem Vergessen zu bewahren.
Wir würden uns freuen, wenn sich viele Betroffene, Kinder oder Enkelkinder auf den Weg machen würden, um ihre Erfahrungen aus dieser Zeit, mit uns zu teilen.
Wer zu schlecht zu Fuß ist, den holen wir gerne ab.
Rückfragen gerne an Herbert Hafner unter Tel. 08291/9995
Veranstaltungsort
Haus Hildegundis - Pfarrsaal
Veranstalter
gemeinsam aktiv und fiz-familien in Zusmarshausen