Meldung vom 04.03.2019 13:34:32
Kulturkreis: "Wenn drei Bayern nach Schwaben kommen...."

Eine wahre Vielfalt an Instrumenten brachten die drei „Jodelwahnsinnigen“ rund um das Münchner Urgestein Otto Göttler am vergangenen Samstag mit in den Festsaal St. Albert in Zusmarshausen.

Neben Harfe, Kontrabass und Diatonischer Zieharmonika kamen Hackbrett, Trompete, Ukulele, Concertina, Blockflöte, Maultrommel und die singende Säge bei einer ebenso großen Vielfalt an musikalischen Stilrichtungen zum Einsatz: Vom Gstanzl über traditionelle Volkslieder, von der Polka zum Blues und wieder zurück zum Landler, um noch einen kleinen Abstecher beim Klezmer zu machen. Nur gejodelt wurde in der neuen Besetzung mit Geli Huber (Hackbrett, Harfe, Maultrommel, Blockflöte, Gesang) und Tobias Andrelang (Kontrabass, Gesang) leider nicht viel. Dafür durften jedoch die Konzertbesucher bei einem Stück mit Plastiktüten mitmusizieren und hatten auch wieder etwas gelernt: es gibt Basstüten und Soprantüten.

Inhaltlich geht der Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn bissig und anarchisch die gängigen Kabarettthemen an und beschäftigt sich sowohl mit Energiewende, Konsum- und Plastikwahn, als auch mit Youtube Tutorials und die inzwischen allgegenwärtige Abhängigkeit vom Smartphone. Zum Thema Rassismus vertonte der BDJW einen 40 Jahre alten Text von Sigi Zimmerschied, welcher bis heute nicht an Aktualität eingebüßt habe, beim Zuhören fragte man sich, ob er nicht leider aktueller denn je sei. Auch die polarisierenden Machthaber unserer Zeit bekommen ihr Fett weg: Otto Göttlers Oma habe ja den Trump nicht gekannt, als sie sagte „Keiner ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Vorbild dienen.“

In schnodderiger Manier werfen sich die drei Musiker zwischen den Liedern Bälle zu und erzählen von ihrem Leben und ihren Erlebnissen, wobei auch Zusmarshausen immer wieder Thema ist. Mit gekonnt spontanem Lokalkolorit und schwäbischen Stereotypen bringt Otto Göttler dabei seine Zuhörer zum Lachen. So endet ein unterhaltsamer Abend nach drei Zugaben mit einem Gute Nacht Lied, welches der eine oder andere unter den Besuchern so noch nicht gehört hatte.

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