Meldung vom 22.01.2019 11:09:58
Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Walter Aumann

Die Bayerische Gemeindeordnung sieht in Art. 16 vor, dass die Gemeinden Persönlichkeiten, die sich um sie besonders verdient gemacht  haben, zu Ehrenbürgern ernennen können.

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, die eine Kommune vergeben kann. Beim Neujahrsempfang 2019 wurde  Walter Aumann diese große Ehre zuteil.

 

Die Laudatio hielt Altbürgermeister Albert Lettinger. Er übernahm diese Aufgabe überaus gern: „Für jemanden eine Laudation halten zu dürfen, ist eine Ehre“, bedankte er sich eingangs. „Es ist eine willkommene Gelegenheit auch meinen Dank zu verbinden, für eine 20-jährige fruchtbare und mehr als kollegiale, ich würde sagen, freundschaftliche Zusammenarbeit, die stets von gegenseitigem Respekt geprägt war.“

 

 

B K K – drei Buchstaben, die, so Laudator Albert Lettinger, das Leben von Walter Aumann geprägt haben.

 

Der Buchstabe „B“ steht für Bäckerhandwerk. Über 25 Jahre hat Walter Aumann bei Wollbacher Brot (heute EDNA) als Technischer Betriebsleiter gearbeitet. Er war maßgeblich an der Entwicklung der industriellen Fertigung von Backwaren beteiligt. Mit seiner Arbeit hat er dazu beigetragen, dass die Firma Wollbacher Brot und damit auch der Markt Zusmarshausen bundes- und europaweit bekannt wurden. Walter Aumann war 22 Jahre als Präsident der Vereinigung der Deutschen Backtechnik tätig und wurde für seine langjährige Arbeit zum „Ehrenpräsidenten“ ernannt.

 

Das „K“ steht für Kommunalpolitik. Festredner Albert Lettinger beschreibt Walter Aumann als einen Vollblutpolitiker, dem das Wohl und die gedeihliche Zukunft des Marktes Zusmarshausen als auch seines Heimatlandkreises Augsburg stets sehr am Herzen lag und der sich über das normale Maß hinaus dafür einsetzte.

Von 1977 bis 2008, also 31 Jahre lang, gehörte er dem Marktgemeinderat Zusmarshausen an. Sieben Jahre davon war er 2. Bürgermeister und fünf Jahr 3. Bürgermeister.

Er war 36 Jahre (1978 bis 2014) Mitglied des Kreistages und arbeitete während dieser in vielen Ausschüssen mit und war in einer Vielzahl von Aufsichtsräten des Landkreises aktiv.

Seit 2008 bis heute ist Walter Aumann Vorsitzender der Regionalentwicklung Augsburg Land West, ein EU-Leader-Fördergebiet.

 

Als eine der größten, politischen  Heraus-forderungen des Kommunalpolitikers Walter Aumann bezeichnet Laudator Albert Lettinger dessen Werben um die Mehrheit der Stimmen im Kreistag für die Errichtung einer Realschule im westlichen Landkreis und das natürlich am liebsten in Zusmarshausen. Dass dies gelungen ist, ist zu einem maßgeblichen Anteil auch seinem unermüdlichen Engagement zu verdanken.

 

Walter Aumann wollte mit seinem ehrenamtlichen Einsatz in der Kommunalpolitik nicht nur kurzfristige Ziele erreichen, sondern setzte sich dafür ein, Entscheidungen herbeizuführen, die mittel- und langfristig den Markt Zusmarshausen weiterbringen und positiv beeinflussen.

 

Im Laufe seiner 36-jährigen verdienstvollen, ehrenamtlichen Tätigkeit in der Kommunalpolitik des Marktes Zusmarshausen und des Landkreises Augsburg wurden ihm hohe Ehrungen und Auszeichnungen zuteil. Dies waren u.a. die Ehrenurkunde und Verdienstmedaille des Marktes Zusmarshausen, die Verdienstmedaille und der Goldene Ehrenring sowie der Ehrenring mit Brillant des Landkreises Augsburg, die Kommunale Verdienstmedaille und die Kommunale Medaille in Bronze des Freistaates Bayern

 

Der letzte dieser drei Buchstaben, das zweite „K“, steht für Kultur. Walter Aumann hat seit jeher einen erheblichen Teil seiner Freizeit der Kultur gewidmet. Über 20 Jahre war er aktiver Musiker bei der  Marktkapelle und Sänger bei der Chorgemeinschaft Zusmarshausen.

Als herausragende Projekte in seiner Zeit als Vorsitzender der Chorgemeinschaft sind die Gründung eines Kinder- und Jugendchores, sowie die Erstellung einer Vereinschronik zu nennen.

 

Für seine Verdienste um diese beiden Vereine wurde Walter Aumann von der Marktkapelle zum Ehrenmitglied und von der Chorgemeinschaft zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Während seiner Zeit als stellvertretender Bürgermeister des Marktes, sah er den Arbeitsschwerpunkt seiner Tätigkeit im vielfältigen Bereich der Kultur. Er war Mitinitiator bei der Gründung des Kulturkreises „ZusKultur  im Jahr 1999. Er war dessen Sprecher bis 2014.

Hartnäckig verfolgte er seine Idee, zur Förderung der klassischen und konzertanten Musik, einen hochwertigen Flügel für den Festsaal „St. Albert“ zu beschaffen. Nach intensiven, monatelangen Bemühungen war es gelungen einen Bösendorfer-Flügel, im Wert von 30.000,-- €, komplett aus Spenden zu finanzieren.

 

Walter Aumann war Hauptinitiator für die Organisation von drei großen Festveranstaltungen im Markt: „Jahr der Kultur“ (2003), „Wir feiern an der Via Julia“ (Römerfest 2007) sowie das „Schlossfest“ (500 Jahre Schlossgeschichte im Jahr 2011).

 

Für all diese ehrenamtlichen und vorbildlichen Leistungen wurde Walter Aumann vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

Laudator Albert Lettinger spricht aus, was viele denken: „Der Markt Zusmarshausen ist Walter Aumann zu großem Dank verpflichtet.“

„Er hat nicht gefragt, was kann die Gemeinschaft für mich tun, sondern was kann ich für die Gemeinschaft, für meine Mitbürgerinnen und Mitbürger tun“, bringt Albert Lettinger die Intension von Walter Aumann auf den Punkt.

 

Dass dies nicht ohne die Unterstützung der Familie und vor allem der Gattin von Walter Aumann möglich war, machte Albert Lettinger in seiner Rede deutlich

 

Sowohl Laudator Altbürgermeister Albert Lettinger als auch amtierender Erster Bürgermeister Bernhard Uhl gratulierten dem neuen Ehrenbürger Walter Aumann unter langanhaltendem Applaus ganz herzlich zu dieser hohen Auszeichnung.

 

 

 

Foto

(Fotograf: Marco Keller)

Der neue Ehrenbürger des Marktes Zusmarshausen Walter Aumann (Mitte) mit Erstem Bürgermeister Bernhard Uhl (links) und Laudator Altbürgermeister Albert Lettinger (rechts) im Kreise seiner Familie

 

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