Meldung vom 21.01.2019 15:43:46
Frauenbundfrauen anlässlich "100 Jahre Frauenwahlrecht" bei Bürgermeister Bernhard Uhl im Rathaus zu Gast
Zusmarshausens Frauenbundfrauen trugen Hüte zum 100. Geburtstag des Frauenwahlrechts in Deutschland. „Wir ziehen den Hut“ lautete ihre Devise, mit der sie an die Vorkämpferinnen erinnerten, die vor mehr als hundert auf die Straße gingen und mit Protestmärschen das Wahlrecht einforderten. „Heute erinnern wir uns an diese Frauen und erweisen ihnen respektvoll die Ehre“, kommentierte Vorsitzende Anni Hartmann die Aktion.

Mit einem spektakulären Zug vom Kirchberg zum Rathaus, angeführt von Musik und ausgestattet mit Plakaten, machten die Zusmarshauserinnen auf das Jubiläum aufmerksam. Am 19.Januar 1919 durften Frauen erstmals zur Wahl. Mitten im kalten Nachkriegswinter standen sie in langen Schlangen vor den Wahllokalen, um ihre Stimme zur Wahl des Deutschen Nationalparlaments abzugeben. Die Wahlbeteiligung war enorm: 17,7 Millionen Frauen waren zur Wahl aufgerufen, über 82 Prozent beteiligten sich. 330 stellten sich als Kandidatinnen zur Verfügung, 37 schafften den Einzug ins Parlament, dem insgesamt 423 Abgeordnete angehörten. „Was würden diese Frauen wohl zur Wahlverdrossenheit unserer Tage sagen?“, gab Hartmann zu bedenken.

Im Zusmarshauser Rathaus empfing Bürgermeister Bernhard Uhl die annähernd dreißig Frauenbundfrauen, die sich, passend zum Jubiläum, teils in der Mode der zurückliegenden Jahrzehnte gekleidet hatten. In seiner Begrüßung betonte er, wie wichtig heute das politische Engagement von Frauen und Männern in einer Demokratie sei. Abschließend schlüpften Moni Krutzler und Dora Weldishofer in die Rolle zweier junger Frauen, die sich vor hundert Jahren begegnet sein könnten und die sich in einem Zwiegespräch die Neuigkeit vom Frauenwahlrecht erzählten.



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